Springe zum Hauptbereich
Alle Landesmuseen in Schleswig-HolsteinAlle Landesmuseen in SH

Walfang - lohnend, aber gefährlich

Ab dem frühen 17. Jahrhundert betrieben die Nordfriesen die Jagd auf den Grönlandwal im großen Stil. Viele von ihnen verdienten ein Vermögen damit. Doch ungefährlich war der Beruf auf hoher See nicht...

Teures Objekt der Begierde war der Speck der imposanten Meeressäugetiere. Aus ihm kochte man Tran, der damals als Leuchtmittel für Licht in den Stuben sorgte. Der Reichtum der Walfänger hatte allerdings seinen Preis: Die Männer waren vom Frühjahr bis zum Herbst auf hoher See; ihre Familien blieben allein in der Heimat zurück. So mancher Seefahrer kehrte von den gefährlichen Grönlandfahrten gar nicht mehr zurück, ging über Bord, starb an Krankheit oder wurde bei der Waljagd tödlich verletzt. Doch eine Wahl hatten die Männer in der Regel nicht, wie der 1668 geborene Sylter Kapitän Lorens Petersen de Hahn im Alter von 65 Jahren erzählt: „Doch was bleibt uns Insulanern? Selbst wer Vater und Brüder verloren hat, auch jene zieht es im jungen Alter aufs Meer, denn so ernähren wir unsere Familien!“

Tag des Abschieds war für die Seeleute und ihre Angehörigen jedes Jahr der 22. Februar. Am Vorabend entzündete man große Feuer am Strand. Sie waren zugleich Wegweiser für die Männer, die am Morgen aufbrechen sollten wie auch ein Grund, noch einmal gemeinsam zu feiern. Bis heute hat sich die Tradition des „Biikebrennens“ an der schleswig-holsteinischen Westküste gehalten, wenn sich auch keiner mehr auf die Jagd nach dem Grönlandwal macht.

Nachdem zunächst Petroleum den Tran als Brennstoff verdrängt hatte, diente das Walfett im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem als Grundlage für Margarine. Seit 1986 gilt ein weltweites Walfangverbot. Ausnahme: die traditionelle Jagd von Urvölkern auf wenige Tiere, darunter die Inuit in Grönland und Kanada. In vielen Ländern der Welt wird zum Ärger von Tier- und Umweltschützern allerdings bis heute Jagd auf die Meeressäuger gemacht.

Autorin: Karen Jahn

Tipp: Schauen Sie sich doch bei Ihrem nächsten Besuch in Molfsee einmal das nordfriesische Walfängerhaus an.

Oder versuchen Sie, sich im Antiquariat diesen historischen Roman von 1925 zu besorgen: In „Der Sylter Hahn“ beschreibt Margarete Boie das Leben des Sylter Kapitäns Lorens Petersen de Hahn. Er machte erst als Walfänger ein Vermögen und setzte sich später als Strandinspektor gegen die Strandräuberei ein.

Landesmuseen Schleswig-Holstein
schliessen
Nach oben scrollen