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Reetgedeckte Riesen

Ein Beitrag von Karen Jahn

Vor allem im Winter, wenn das Laub der Bäume sie nicht mehr verdeckt, sieht man sie mächtig über der kargen Marschlandschaft thronen: Haubarge sind ein Aushängeschild für die Landschaft Eiderstedts. Doch von den für die Region typischen Bauernhäusern sind heute nicht mehr viele erhalten.

Bis auf ganz wenige andere Standorte weltweit sind die markanten Haubarge mit ihren enormen Dachflächen nur auf Eiderstedt zu finden. 400 von ihnen gab es mal auf der Halbinsel. In ihnen lebten die wohlhabenden Bauern. Eingeführt wurden die Haubarge von Holländern. Sie bauten die reetgedeckten Riesen ab dem 16. Jahrhundert auf den Warften der Landschaft Eiderstedts.

Die Architektur eignete sich gut für die holzarme Region: Mit einem Minimum an Baumaterial errichtete man, alles unter einem Dach, ein Maximum an überdachtem Raum für Ställe, Erntelager, Wirtschafts- und Wohnteil. Im Haubarg war man autark und konnte den harten Winter überstehen, ohne aus dem Haus zu müssen.

Mittelpunkt des Gebäudes war der Speicherraum, der Vierkant, in dem vom Boden bis unters Dach Heu und Getreide gestapelt wurde. Im Haubarg trafen oftmals zwei Welten aufeinander. Die Kluft zwischen den Hofbesitzern und dem Gesinde war groß. Während Erstere in ihrem prunkvoll ausgestatteten Wohnteil residierten, musste das Gesinde in kleinen Kammern wohnen und in Alkoven schlafen. Hier hatte man nur wenig Privatsphäre.

Heute stehen auf Eiderstedt noch etwa 40 bis 50 Haubarge. Die meisten von ihnen werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, sondern beherbergen Ferienwohnungen, Gastronomie oder ein Museum. Hans-Georg Hostrup
engagiert sich als ehrenamtlicher Denkmalschützer in der Interessengemeinschaft Baupflege, einem nordfriesischem Verein, der sich dem Erhalt der geschichtsträchtigen Bauernhäuser verschrieben hat. Er ist überzeugt: „Die Haubarge gehören einfach zur Kulturlandschaft Eiderstedts. Sie zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe, auch für die Identität der Halbinsel.“

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