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Erleben Sie unsere Mühlen

Mühlen sind echte Kraftprotze. Sie gehörten jahrhundertelang zu den wichtigsten Maschinen überhaupt: Um die Menschheit satt zu bekommen, waren Mühlen noch bis zur Industrialisierung unverzichtbar. Von ihnen gab es ganz unterschiedliche Typen. Ohne sie ging nichts.

Vor der Entdeckung anderer Energieformen und bevor die Industrialisierung voranschritt, konnte die Gesellschaft nur mithilfe von Mühlen ernährt werden. Die Mühlen sorgten mittelbar also für das Wachstum der Bevölkerung und für die wirtschaftliche Entwicklung.

Landauf, landab bestimmten sie auch in Schleswig-Holstein das Landschaftsbild. Wo ein Wasserlauf war, musste man nicht lange die Wassermühle suchen; wo es viel Wind gab, setzte man auf Windmühlen. Noch um 1900 taten rund 1.000 Windmühlen ihre Arbeit zwischen Nord- und Ostsee. Heute sind nur einige erhalten, davon wiederum sind nur noch wenige funktionstüchtig.

Autorin: Karen Jahn

  • Windmühle aus Hollingstedt (43)
    Windmühle aus Hollingstedt

    Die Holländermühle aus Hollingstedt galt im 19. Jahrhundert mit ihren 21 PS als fortschrittlich. 1973 wurde sie vor dem Verfall gerettet und im Museum wiederaufgebaut. Müller Henning Thomsen erbaute die Mühle vom Typus „Galerie-Holländer“ im Jahr 1865 im heutigen Kreis Schleswig-Flensburg. Schon 15 Jahre später verkaufte er das Gebäude an den Müllergesellen Peter Andresen aus Treia. Bis 1970 blieb es im Besitz der Familie Andresen, die bereits 1950 den Mahlbetrieb einstellte.
    Die Mühle wird gern auch „Kappenwindmühle“ genannt, weil nur die Kappe mit dem Flügelkreuz in den Wind gedreht werden musste und nicht der ganze Baukörper. Muskelkraft brauchte es zunächst allerdings dennoch, um die Mühle in Gang zu bringen: Der Müller musste den an der Rückseite der Flügel angebrachten langen Balken, den Steert, von der Galerie aus bedienen.
    Erst ab 1914 erleichterte sich seine Arbeit, als der Steert durch eine Windrose ersetzt wurde, ein Windrad mit schräggesetzten Klappen. Das Oberteil der Mühle drehte sich nun selbsttätig im Wind. In späteren Jahren wurde das Gebäude elektrifiziert, durch einen im Anbau untergebrachten Dieselmotor bekam es Strom. Die Mühle verlor dadurch Flügel und Windrad – und damit auch ihr charakteristisches Äußeres (Foto: Aldo).
  • Bockwindmühle aus Algermissen

    Einstmals in ganz Europa verbreitet, in Schleswig-Holstein bereits im 12. Jahrhundert, war die Bockwindmühle. Wegen ihrer recht schweren Handhabung wurde sie später von der leichter zu bedienenden Holländermühle abgelöst. Schon in den 1960er-Jahren war die Bockwindmühle in Schleswig-Holstein so selten, dass das Freilichtmuseum mit der Bockwindmühle aus Algermissen auf ein Modell aus Niedersachsen zurückgreifen musste, um diesen Mühlentypus in Molfsee zeigen zu können.
    Die Geschichte des Exponats reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, und es ist heute das einzig erhaltene Denkmal seiner Art in Schleswig-Holstein. Der Name „Bockwindmühle“ kommt vom feststehenden Unterbau, dem Bock, auf dem das Gebäude steht. Das Mühlengehäuse ist beweglich angebracht und wird mit dem Steert, einem langen Stamm, mühsam in den Wind gedreht.
    Das Mahlprinzip brachten die Römer nach Deutschland, und vom Hochmittelalter bis um 1900 blieb es unverändert: Eine Achse in der Mitte des Flügelkreuzes übertrug die Kraft über ein Kammrad auf ein Getriebe, das den Läuferstein in eine horizontale Drehbewegung versetzte. Unter Letzterem lag der Bodenstein, und zwischen den Flächen beider Steine wurde das Mahlgut zerkleinert (Foto: Aldo).
  • Wassermühle aus Rurup (65)
    Wassermühle aus Rürup

    Um 1900 gab es in Schleswig-Holstein noch fast ebenso viele Wassermühlen wie Windmühlen. Obwohl die Wassermühle aus Rürup über ihrer Eingangstür die Inschrift mit der Jahreszahl 1778 sowie den Namen des Müllers Detlef Petersen trägt, wird bereits um 1600 in Quellen eine Mühle aus Rürup genannt. Im Jahr 1633 betrieb sie Peter Detlefsen als Pächter, ihm folgte sein Sohn Detlef Petersen. Bis 1926 blieb die Wassermühle im Besitz der Petersens, danach wurde sie bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1952 verpachtet. Die Inschrift von 1778 bezieht sich also auf einen Neubau der Mühle, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Granitsteinen des Vorgängerhauses errichtet wurde.
    In Molfsee steht die zweigeschossige Mühle so, wie sie Detlef Petersen gebaut hat. Auch der kleine Mühlenteich vor dem Gebäude gleicht dem Originalstandort. Auf einen Anbau aus dem 19. Jahrhundert wurde ebenso verzichtet wie auf ein kleines Wasserrad an der Rückseite. Das Mühlenwerk im Innern stammt aus der Wassermühle in Rade nahe Hohenwestedt, weil das Original nicht mehr vorhanden ist. Dass der Müller in Rürup einen feinen Lebensstil pflegte, davon zeugt das kleine reetgedeckte Gartenhaus, das zur Mühle gehört. „Detlef Petersen Müller Ao 1779“ steht über der Flügeltür geschrieben. An der Rückwand zeigen zwei 1793 von Paul Ipsen gemalte Miniaturen Detlef Petersen und seine zweite Frau Sara Catarina. Rund ums Haus sorgen alte Rosensorten und mit Buchsbaum eingefasste Beete für ländliche Idylle (Foto: Kinka Tadsen).
  • Spinnkopfmühle aus Fockendorf

    Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts das Privileg der Müller abgeschafft worden war, wonach nur sie mahlen und schroten durften, entstanden mehr und mehr private Mühlen direkt auf den Hofstellen. Häufig waren nun sogenannte Spinnkopfmühlen aus Holland zu sehen, im Emsland auch unter „Kokerwindmühlen“ bekannt, die vom Typus her auf das 14. und 15. Jahrhundert zurückgriffen. Sie waren kleiner als die hohen Bockwind- und die mächtigen Holländermühlen, aber immer noch hoch genug, um trotz nahestehender Nachbarhäuser Wind zu bekommen. Die Spinnkopfmühlen hatten zumeist nur einen Mahlgang, das Triebwerk war im Kopf der Mühle untergebracht, Welle und Mahlsteine im Unterbau. In Holland wurde der Mühlentypus häufig zur Entwässerung eingesetzt, indem ein unteres Kammrad eine lange Wasserschraube betrieb.
    Seit 1966 ist die Spinnkopfmühle aus Fockendorf im Freilichtmuseum zu sehen. Sie diente in Wilster-Bischofsdeich als Senfmühle, bevor sie 1884 an den Vater des Landwirts Hans Witt verkauft wurde. Auf dessen Hof in Fockendorf nahe Beidenfleth in der Wilstermarsch trieb die Mühle zunächst ein Göpelwerk und später eine Schrotmühle an (Foto: Kinka Tadsen).
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