Winterpause

Das Freigelände des Museums ist vom 1.11.2020 ab an in der Winterpause und damit geschlossen. Das gilt auch für die Sonntage.

Im Januar 2021 planen wir die Eröffnung unseres großen neuen Jahr100Hauses. Über die dann für das gesamte Museum - Freigelände wie Jahr100Haus - geltenden Preise und Öffnungszeiten informieren wir Sie zu gegebener Zeit.

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Der Neubau: ein historischer Einschnitt in der Geschichte des Museums

Das Freilichtmuseum Molfsee eröffnet Anfang November sein neues Ausstellungs- und Eingangsgebäude. Direktor Wolfgang Rüther erläutert im Interview, warum das ein historischer Einschnitt in der Geschichte des Museums ist. 

Herr Dr. Rüther, in wenigen Monaten ist es endlich soweit, dann wird das neue Ausstellungs- und Eingangsgebäude eröffnet. Ein historischer Einschnitt in der Geschichte des Museums…

Ja, das stimmt:  Ein Freilichtmuseum ist hinsichtlich der Kernaufgabe eines Museums, nämlich Ausstellungen zu zeigen, etwas sehr Besonderes. Die in die Landschaft eingefügten Häuser stellen zwar die große, namengebende Dauerausstellung dar. Eine klassische Dauerausstellung mit vielen kleineren Exponaten, etwa unter Vitrinen, die mehr oder weniger ausführlich durch Texte und andere Medien erklärt werden, findet man aber nicht. Ebenso wenig verfügen die meisten Freilichtmuseen über ausstellungstechnisch gut ausgestattete Räume für Sonderausstellungen. Sonderausstellungen sind aber wichtig, um die statische Gebäude-Dauerausstellung des Freilichtmuseums zu ergänzen. Zum einen, um aktuell wichtige gesellschaftliche Themen aufzugreifen, aber auch, um das Freilichtmuseum insgesamt durch „Neues“ und Abwechslungen attraktiv zu erhalten. Vielen Freilichtmuseen fehlen technisch gute Flächen für ergänzende Dauer- und Sonderausstellungen. Die meisten größeren Freilichtmuseen arbeiten daran, dieses Manko zu beheben. Uns ist dies nun mit dem neuen Ausstellungs- und Eingangsgebäude gelungen.

Das ist ja ein ganz neues Angebot. Ergänzen sich Ausstellungshaus und Freigelände? Und wenn ja, wie?

Natürlich ergänzen sich beide Bereiche. Das war uns auch bei der Konzeptionierung sehr wichtig. Und das spiegelt sich sowohl in der Architektur des Neubaus wie auch in den Inhalten und Themen der neuen Dauerausstellung wieder.

Können Sie das näher erläutern?

Das Konzept, auf das der Aufbau des Freilichtmuseums, so wie wir es kennen, zurückgeht, stammt aus den frühen 1960er Jahren. Es ist im Laufe der Zeit zwar im Detail verändert worden, im Grundsatz blieb es aber bis zur Überführung des letzten historischen Gebäudes Anfang der 2000er Jahre gültig. Immer ging es darum, die ländliche Welt Schleswig-Holsteins vor der Industrialisierung, also die vormoderne Welt, darzustellen. Das ist in Schleswig-Holstein (und entsprechend in unserer Freilichtausstellung) grob die Zeit vor etwa 1900. Das heißt aber auch, dass in Molfsee die letzten gut 100 bis 120 Jahre, wenn auch nicht gar nicht, so doch nur sehr wenig, dargestellt werden. Der Schwerpunkt des bisherigen Freilichtmuseums liegt in der Zeit zwischen ca. 1550 und ca. 1900. Das 20. Jahrhundert und der Übergang ins dritte Jahrtausend sind aber für die heute lebenden Menschen auch von zentraler Bedeutung und für unsere Besucher von heute und morgen von großem Interesse. Die neuen Dauer- und Sonderausstellungsflächen im Neubau geben uns die Möglichkeit, uns mit unserer Ausstellungsarbeit dem 20. Jahrhundert und aktuellsten Themen zu widmen. Wir können also thematisch bruchlos an die bestehende Freilichtausstellung anknüpfen, allerdings – und das ist das Schöne – ohne die Freigeländeausstellung, die ich immer als „Modell der Vormoderne“ bezeichne, zu stören. So ergänzen sich beide Ausstellungsbereiche und bilden zusammen als Einheit das Landesmuseum für Volkskunde.

A propos Freigelände. Am ersten April startet wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm – mit großen Märkten, Theateraufführungen, Konzerten, Vorträgen und vielen anderen Angeboten. Haben Sie einen Tipp? 

Einen speziellen Tipp kann und will ich nicht geben, weil es uns ja gerade darum geht, die Vielfalt von Kultur zu zeigen und damit auch für jeden Geschmack etwas zu bieten. Natürlich ist der Herbstmarkt etwas ganz Besonderes und mittlerweile ja schon selbst zur Tradition geworden, die aus dem Schleswig-Holsteinischen Festprogramm nicht wegzudenken ist. Daneben möchte ich aber auch auf das Kleine, das Stillere und das unspektakulär Schöne im Freilichtmuseum hinweisen: An jedem „normalem“ Sonntag, wenn keine Großveranstaltungen stattfinden, bieten wir um 14 Uhr Sonderführungen zu einer Fülle spannender Themen. In der Regel lernen die Teilnehmer das Museum und Aspekte unserer historischen Alltagskultur aus ganz neuer Perspektive kennen – immer ein tolles Sonntagsnachmittagserlebnis. Mein persönlicher Geheim-Tipp: Erschließen Sie sich das Museum einmal nicht über den Hauptweg, die Lindenallee, sondern über die beiden Seitenwege entlang der Seen und des Waldes. Dort ist es weniger voll. In Stille und Ruhe kann man hier sowohl die Seele baumeln lassen, als auch die in die historische Kulturlandschaft eingebundenen Häuser und Höfe aus neuer, ungewohnter Perspektive betrachten und als Ganzes erfahren. 

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