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Gespeichert

Das Freilichtmuseum im Fokus

Sie gewährt uns einen ganz besonderen Einblick: Die neue Dauerausstellung im historischen Speicher Piehl aus Osterbelmhusen. Der Name ist Programm: „Gespeichert. Das Freilichtmuseum im Fokus“. Die Schau blickt auf dessen Gründung zurück, beschäftigt sich mit der vermeintlichen Authentizität und Inszenierung dieses besonderen Museumstyps und bietet Einblicke in die vielfältigen Aufgabenfelder. 

Im Mittelpunkt der Schau stehen drei zentrale Fragen: Welche Meilensteine von der Gründung bis heute prägen die Entwicklung des Museums? Ist hier wirklich alles alt und original? Wie funktioniert ein Freilichtmuseum bzw. wer sorgt dafür, dass alles läuft?

Gezeigt werden eine große Collage, Exponate, historische Abbildungen und drei Filme - über die Entwicklung des Museums, den Gründungsdirektor Alfred Kamphausen sowie über das Thema „Ein Haus zieht um“.

Die Galerie „Molfseer Gesichter“ zeigt Menschen, die das Museum mitgestalten und ihre vielfältigen Aufgaben – ob angestellt, im Förderverein oder ehrenamtlich. Flankiert wird die Schau darüber hinaus von mehreren Interventionen im Gelände und in einigen Gebäuden. 

Der um 1780 erbaute Speicher Piehl liegt zentral im Gelände (Nr. 21 im Lageplan DOWNLOAD HIER) und steht seit 1969 im Museum. Bislang diente der Speicher als Lagerraum und war für Gäste nicht zugänglich. Nach einer Dachsanierung ist er nun zu einem Ausstellungsort geworden.

Galerie
BAU-OPFER ODER DURSTLÖSCHER? Manchmal erzählen unscheinbare Funde unerwartete Geschichten. 1965 gelangt beim Wiederaufbau des Altenteilerhauses aus Krummbek im Freilichtmuseum diese Flasche - absichtlich oder zufällig - unter den Fußboden in einer der Stuben. Sechs Jahrzehnte später, pünktlich zum 60 jährigen Museumsjubiläum, kommt die Flasche bei Reparaturen аm Hausfundament im Januar 2025 wieder ans Licht - als ein ganz besonderer Gruß aus der Gründungszeit.
KLAPPT NICHT: Die Klappbrücke überspannt bis 1966 die Stör in Heiligenstedten bei Itzehoe. Dann wird sie durch einen Neubau ersetzt und dem Freilichtmuseum als Geschenk angeboten. In Molfsee ist man begeistert. Die Brücke könnte hinter der Holländermühle über die Eider führen, sogar mit kleinem Hafen. Ein markanter neuer Eingang würde entstehen. Doch der Plan bleibt in der Schublade, wie andere Projekte auch - vom Gutshaus über die Nissenhütte bis zum Trafohaus. Einfach zu teuer. Und die alte Brücke? Wird zu Brennholz oder anderem verwertet. Іm Wappen von Heiligenstedten ist sie bis heute verewigt.
FINGER WEG: Ist das Haus geöffnet? Darf ich das anfassen? Wo sind die Toiletten? Wie wir mit unseren Gästen sprechen und sie informieren, spielt im Museum eine Rolle. Welcher Ton - wenn auch humorvoll gemeint - früher üblich ist, zeigt das Schild, das von 1973 bis 2024 in der Windmühle aus Hollingstedt hängt. Heute setzen wir häufig auf ein freundliches "Du". Statt Verboten gibt es freundliche Hinweise. Und wo es geht, laden wir ausdrücklich zum Ausprobieren und zum Anfassen ein.
STIRB LANGSAM: Holzschädlinge wie der Hausbock sind die Erzfeinde des Freilichtmuseums. Die Larven fressen sich durch Holz und Möbel und gefährden so die historischen Gebäude. Früher setzt man auf chemische Holzschutzmittel wie Xylamon - wirksam, aber gesundheitsschädlich. Die Rückstände können über Jahre ausdünsten. Deshalb ist bei bestimmten Arbeiten, besonders bei viel Staub, heutzutage Arbeitsschutz unerlässlich. Heute wird den Holzschädlingen durch Begasung oder eine Hitzebehandlung der Garaus gemacht.
DER EINE VON VIELEN: Wir sammeln Objekte - das gehört zu unserem Auftrag. Noch bevor das Freilichtmuseum seine Pforten öffnet, kommen bereits 1959 die ersten Museumsstücke nach Molfsee: Möbe1 aus Brodersdorf, nordöstlich von Kiel. Darunter auch dieser Stuh1, unsere Nummer 1 auf der Inventarliste. Mittlerweile sind rund 21.000 Objekte verzeichnet. Was viele nicht ahnen: Neben dem Sammlungsbestand am Standort Molfsee finden sich іm Zentralmagazin der Stiftung Landesmuseum in Schleswig über 80.000 weitere Exponate. Wertvolles kulturelles Erbe, das wir hüten, wie unseren Augapfel.
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